Gefährdungsbeurteilung Leitern und Tritte – Muster
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Von einer Fachkraft für Arbeitssicherheit geprüftes Muster für Leitern und Tritte: Gefährdungen, Betriebsanweisung, Unterweisung und kostenlose PDFs.
Weitere Informationen zur Gefährdungsbeurteilung Leitern und Tritte
Gefährdungen und Maßnahmen
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
| Gefährdung | Technische Maßnahmen | Organisatorische Maßnahmen | Persönliche Maßnahmen | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|
| Absturzgefahr durch Umkippen, Wegrutschen oder Abrutschen von der Leiter | Leitern mit rutschfesten Füßen, Spreizschutz bei Stehleitern, Traverse bei Anlegeleitern | Unterweisung im sicheren Umgang, Prüfung vor jedem Einsatz, Arbeitsbereich absichern, Leiterauswahl nach Einsatzzweck | Sicherheitsschuhe mit rutschfester Sohle, bei Bedarf Helm in Bereichen mit Anstoßgefahr | mittel |
| Quetschgefahr beim Auf- und Abbau von Leitern, besonders bei Mehrteil-Schiebeleitern | Arretierungen und Sicherungen an Schiebeleitern, Handgriffe an Stehleitern | Unterweisung in Auf- und Abbau, bei langen Leitern zu zweit arbeiten | Schutzhandschuhe bei Bedarf | gering |
| Stolper- und Sturzgefahr durch abgestellte Leitern im Verkehrsbereich | Kennzeichnung von Arbeitsbereichen, Absperrungen | Leitern nie unbeaufsichtigt im Durchgangsbereich stehen lassen, sichere Lagerung nach Gebrauch | Keine | gering |
| Überlastung durch falsches Tragen oder Aufstellen schwerer Leitern | Leichte Materialien (Aluminium), Tragehilfen bei langen Leitern | Zu zweit arbeiten bei Leitern über 5 m Länge, Hebehilfen nutzen | Keine | gering |
| Versagen der Leiter durch Überlastung oder Materialermüdung | Leitern nach DIN EN 131 mit Tragfähigkeitsangabe, regelmäßige Sichtprüfung | Jährliche Prüfung durch Sachkundigen, Kennzeichnung mit Prüfplakette, Aussonderung beschädigter Leitern | Keine | gering |
Unterweisung
Worum geht es?
Leitern und Tritte sind Arbeitsmittel für kurzzeitige Arbeiten in geringer Höhe. Sie kommen in Werkstatt, Lager und auf Baustellen zum Einsatz. Typische Tätigkeiten: Regale einräumen, Lampen wechseln, Montagearbeiten in der Höhe. Leitern sind nur für kurze Arbeiten gedacht – nicht als Dauerarbeitsplatz. Bei längeren Arbeiten oder größeren Höhen sind Gerüste oder Arbeitsbühnen die richtige Wahl.
Welche Gefahren bestehen?
Hauptgefahr ist der Absturz durch Umkippen, Wegrutschen oder Abrutschen von der Leiter. Weitere Risiken: Quetschungen beim Auf- und Abbau, Stolpern über abgestellte Leitern, Überlastung durch zu schwere Lasten oder falsche Positionierung. Beschädigte Leitern (gebrochene Sprossen, verbogene Holme) erhöhen das Unfallrisiko erheblich. Arbeiten über Kopf oder einhändiges Festhalten führen zu Gleichgewichtsverlust.
Vor Arbeitsbeginn beachten
Leiter vor jedem Einsatz auf sichtbare Schäden prüfen: Sprossen fest, Holme gerade, Füße intakt, Spreizschutz funktioniert. Beschädigte Leitern sofort aus dem Verkehr ziehen und kennzeichnen. Passende Leiter für die Aufgabe wählen – Arbeitshöhe beachten. Untergrund prüfen: eben, tragfähig, rutschfest. Bei glatten Böden rutschfeste Unterlage verwenden. Anlegeleitern im Winkel 65–75° aufstellen (Faustregel: Fußabstand zur Wand = 1/4 der Leiterlänge). Leiter muss mindestens 1 m über Austrittsstelle hinausragen. Arbeitsbereich absichern, wenn Durchgangsverkehr besteht.
Während der Arbeit beachten
Immer mit dem Gesicht zur Leiter auf- und absteigen. Beide Hände zum Festhalten nutzen – Werkzeug im Werkzeuggürtel oder hochreichen lassen. Nie auf den obersten drei Sprossen einer Anlegeleiter stehen. Bei Stehleitern nicht über die gekennzeichnete Standfläche hinausgehen. Körperschwerpunkt zwischen den Holmen halten – nicht überlehnen. Leiter nie als Brücke oder waagerechte Unterlage verwenden. Nicht von Leiter zu Leiter springen. Bei Arbeiten über 2 m Höhe oder länger als 2 Stunden Gerüst oder Arbeitsbühne nutzen. Leiter nie unbeaufsichtigt zugänglich stehen lassen.
Nach der Arbeit beachten
Leiter reinigen, besonders Füße und Sprossen von Schmutz, Öl oder Farbe befreien. Auf Beschädigungen kontrollieren, die während der Arbeit entstanden sein könnten. Leiter trocken und geschützt lagern – nicht im Freien, nicht in Bodennähe mit Feuchtigkeit. Leitern liegend oder hängend lagern, nicht angelehnt an die Wand. Schwere Gegenstände nicht auf Leitern ablegen. Transportschäden vermeiden: Leitern sichern, nicht werfen oder schleifen.
Betriebsanweisung
Anwendungsbereich
Diese Betriebsanweisung gilt für den Einsatz von Leitern und Tritten in Werkstatt, Lager und auf Baustellen zur Vermeidung von Absturzunfällen.
Gefahren
- Absturz durch Umkippen, Wegrutschen oder Abrutschen
- Quetschungen beim Auf- und Abbau
- Stolpern über abgestellte Leitern
- Versagen durch Überlastung oder Beschädigung
- Gleichgewichtsverlust bei einhändiger Arbeit
Schutzmaßnahmen
- Leiter vor jedem Einsatz auf Schäden prüfen (Sprossen, Holme, Füße, Spreizschutz)
- Beschädigte Leitern sofort kennzeichnen und aus dem Verkehr ziehen
- Untergrund prüfen: eben, tragfähig, rutschfest – bei Bedarf Unterlage verwenden
- Anlegeleitern im Winkel 65–75° aufstellen, mindestens 1 m über Austrittsstelle
- Mit Gesicht zur Leiter auf- und absteigen, beide Hände zum Festhalten nutzen
- Nie auf den obersten drei Sprossen einer Anlegeleiter stehen
- Körperschwerpunkt zwischen den Holmen halten – nicht überlehnen
- Bei Arbeiten über 2 m Höhe oder länger als 2 Stunden Gerüst oder Arbeitsbühne nutzen
Verhalten im Notfall
Bei Sturz von der Leiter: Person nicht bewegen, Notruf 112 absetzen, Erste Hilfe leisten, Unfallstelle absichern. Bei eingeklemmten Gliedmaßen: Leiter vorsichtig entfernen, Wunde versorgen, bei starker Blutung Druckverband anlegen. Jeden Unfall dem Vorgesetzten melden.
Erste Hilfe
Bei Sturzverletzungen: Bewusstsein prüfen, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage, Notruf 112. Bei Prellungen und Stauchungen: Kühlen, ruhigstellen, ärztlich abklären lassen. Bei Verdacht auf Knochenbrüche: Nicht bewegen, Rettungsdienst rufen. Ersthelfer und Durchgangsarzt informieren.
Entsorgung
Leitern nach Gebrauch reinigen, auf Beschädigungen prüfen. Trocken und geschützt lagern – liegend oder hängend, nicht angelehnt. Nicht im Freien oder in feuchten Bereichen lagern. Beschädigte Leitern kennzeichnen und fachgerecht entsorgen (Metall-/Holzrecycling).
Prüfhinweise
- TÄGLICH Sichtprüfung vor jedem Einsatz: Sprossen fest, Holme gerade, Füße intakt, Spreizschutz funktioniert Durchführung: Bediener
- WÖCHENTLICH Reinigung von Verschmutzungen (Öl, Farbe, Schmutz) an Sprossen und Füßen Durchführung: Bediener
- JÄHRLICH Prüfung auf Materialermüdung, Risse, Verformungen, Korrosion – Dokumentation mit Prüfplakette Durchführung: Sachkundiger
- JÄHRLICH Funktionsprüfung von Arretierungen, Scharnieren und Spreizschutz bei Stehleitern Durchführung: Sachkundiger
- Empfohlene Sachkundigen-Prüfung: 12 Monate
Stand: 25.10.2026