KI im Arbeitsschutz: Unterstützung statt Verantwortungstransfer
KI kann bei der Vorbereitung von Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen und Betriebsanweisungen unterstützen. Sie kann jedoch nicht die betriebliche Prüfung und Freigabe durch verantwortliche Menschen ersetzen.
KI nimmt Arbeit ab. Entscheidungen nimmt sie dem Verantwortlichen nicht ab.
Welche Aufgaben kann KI unterstützen?
- Erste Entwürfe zu Tätigkeiten und Gefährdungen vorbereiten
- Inhalte für Unterweisungen strukturieren
- Vorschläge für Schutzmaßnahmen verständlich formulieren
- Betriebsanweisungen anhand betrieblicher Angaben vorbereiten
Bei einer Tischlerei kann die KI etwa einen ersten Entwurf für Tätigkeiten mit Handmaschinen erstellen. Ob alle Gefährdungen zutreffen, muss der Betrieb prüfen.
Wer trifft die Entscheidung?
Nach § 5 ArbSchG muss der Arbeitgeber die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen beurteilen und notwendige Maßnahmen ermitteln. Eine KI-Ausgabe ersetzt diese Beurteilung nicht.[1]
Soll eine zuverlässige und fachkundige Person Aufgaben eigenverantwortlich wahrnehmen, ist eine schriftliche Beauftragung nach § 13 Abs. 2 ArbSchG erforderlich. Die KI selbst ist keine solche Person.[2]
Wie sieht das in unterschiedlichen Branchen aus?
Ein ambulanter Pflegedienst kann Entwürfe zu Hausbesuchen, Fahrten und Hygiene nutzen. Eine Bäckerei kann Tätigkeiten mit Maschinen und Reinigungsmitteln strukturieren. In einem Malerbetrieb sind die konkreten Produkte und Arbeitsbedingungen entscheidend.
Welche Prüfung bleibt vor der Nutzung nötig?
- Stimmen Tätigkeit und Arbeitsbereich?
- Sind Gefährdungen vollständig und realistisch?
- Passen die Schutzmaßnahmen zum Betrieb?
- Sind besondere Vorschriften und Betriebsanweisungen berücksichtigt?
- Hat die verantwortliche Person die Inhalte geprüft und freigegeben?
Wie setzt CLartext KI ein?
CLartext bietet 22 deutsche Bibliothekswelten als Ausgangspunkt sowie eigene und KI-unterstützt erstellte Welten. Die KI hilft bei der Inhaltserstellung; der Unternehmer passt die Inhalte an seinen Betrieb an und gibt sie frei.
Was sollte KI nicht versprechen?
KI kann weder eine gesetzliche Rechtsgarantie noch die vollständige Erkennung aller Gefährdungen liefern. Auch die Auswahl einer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder notwendige persönliche Unterweisungen werden nicht durch eine Textgenerierung ersetzt.
→ Vertiefung: Arbeitsschutz-Software im Vergleich
Häufige Fragen
Kann KI eine Gefährdungsbeurteilung allein freigeben?
Nein. Die fachliche Prüfung und Freigabe bleibt beim Verantwortlichen.
Kann ich KI-Entwürfe unverändert übernehmen?
Nein. Entwürfe müssen an die tatsächlichen Tätigkeiten angepasst und vom Verantwortlichen geprüft werden.
Welche Rolle hat der Unternehmer?
Er muss die betrieblichen Angaben, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen prüfen.
CLartext nutzt KI zur Unterstützung bei der Erstellung betrieblicher Inhalte. Der Unternehmer prüft und gibt Inhalte frei; eine automatische rechtliche Entscheidung findet nicht statt.
Quellen
- Arbeitsschutzgesetz § 5 – Beurteilung der Arbeitsbedingungen § 5 ArbSchG, Abs. 1–3
- Arbeitsschutzgesetz § 13 – Verantwortliche Personen § 13 ArbSchG, Abs. 2
Stand: 09.10.2026